Drei Jahre tomoni
Jedes Jahr um diese Zeit setzen mein Mann Oliver und ich uns hin und schreiben einen Brief. Die Zeilen richten sich an unseren Sohn Emil. Er starb vor fünf Jahren durch Suizid. Wir schreiben ihm, um in Verbindung zu bleiben, innezuhalten, zu erinnern. Dann teilen wir den Brief mit den Menschen, die uns und tomoni begleiten.
Wir leben in dem Wissen, dass wir als Eltern nicht rechtzeitig erkannt haben, dass es Emil nicht gut ging und er psychisch erkrankt war. Aus der Frage, was uns dabei geholfen hätte, ist tomoni entstanden. tomoni ist nun drei Jahre alt. Drei Jahre, in denen wir daran gearbeitet haben, das Umfeld junger Menschen zu stärken und zu befähigen, Anzeichen für psychische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu handeln. Damit jungen Menschen rechtzeitig geholfen und anderen Familien das Schlimmste erspart bleibt.
Füreinander da zu sein, für andere da zu sein, so würden wir heute unsere Lebensmotivation beschreiben.
Denn was wir zu spät gelernt haben, ist: Psychische Erkrankungen beginnen oft früh – viele vor dem 15. Lebensjahr. Zwei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind jährlich betroffen, oft unerkannt. Und fast 90 % aller Suizide gehen auf psychische Erkrankungen zurück. So wie bei Emil.
Was wir erreicht haben
In den letzten drei Jahren ist tomoni gewachsen: fachlich, menschlich, strukturell. Und das erfüllt uns mit tiefer Dankbarkeit. Heute erreichen wir mit unserem 25-köpfigen Team das Umfeld von über 140.000 jungen Menschen deutschlandweit – durch wissenschaftlich fundierte Live-Online-Fortbildungen für Eltern, Lehrkräfte und bald auch für Trainer*innen im Freizeitbereich.
Seit Anfang 2025 gibt es außerdem unsere Podcast-Reihe „Es braucht das ganze Dorf“ von und für junge Menschen.
Was uns bewegt und trägt
tomoni ist möglich, weil viele Menschen an uns glauben, uns unterstützen und die Bedeutung von psychischer Gesundheit erkennen. Oder selbst Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen haben. Etwas zu verändern und psychische Gesundheit voranzubringen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Oder wie wir bei tomoni sagen: „Es braucht das ganze Dorf“.
Was ihr tun könnt
Wenn ihr tomoni unterstützen wollt – hier sind ein paar einfache Wege:
- Habt den Mut, Menschen in eurem Umfeld zu fragen, wie es ihnen wirklich geht.
- Erzählt anderen Menschen von tomoni und unseren Angeboten.
- Nehmt an den Fortbildungen teil – sie starten wöchentlich, sind kostenfrei und online zugänglich.
- Spendet, wenn ihr könnt. Oder macht Politiker*innen auf tomoni aufmerksam.
Danke, dass ihr an unserer Seite seid. Für euer Vertrauen. Für eure Offenheit. Für euren Mut, mit uns zu gehen.