„Zu viel, zu laut, zu schnell, zu nervig" – Drei junge Frauen über ADHS und was Erwachsene tun können
Anmerkung: Für diesen Beitrag hat die Autorin mit Amelie, Luise und Kaya über ihre persönlichen Erfahrungen gesprochen. Ihre Aussagen sind individuelle Erfahrungsberichte und nicht auf alle Menschen mit ADHS übertragbar.
Gruppenarbeit im Klassenzimmer. Kaya sitzt ihrer Gesprächspartnerin gegenüber. Sie sieht, dass diese spricht. Was sie sagt, kommt bei Kaya jedoch kaum an. Denn die Stimme geht unter zwischen den Gesprächen der anderen Gruppen, dem Stühlerücken, dem Rascheln von Zetteln, dem Bein, das jemand am Nachbartisch wippen lässt, dem Stift, mit dem jemand auf den Tisch klopft.
„Bei mir ist alles gleich laut", sagt Kaya. Von außen sieht das dann aus wie eine Schülerin, die nicht bei der Sache ist. Amelie und Luise kennen ähnliche Momente: zu spät kommen, anderen ins Wort fallen, im Gespräch abschweifen. Verhalten, das im Alltag schnell als Desinteresse oder Respektlosigkeit gelesen und entsprechend beantwortet wird: mit Augenrollen, genervten Kommentaren, manchmal mit Rückzug.
Amelie, Luise und Kaya sind drei junge Frauen mit ADHS. Ihre Erfahrungen decken sich an manchen Stellen und gehen an anderen auseinander. Sie erzählen nicht nur, was ihnen schwerfällt, sondern auch, welche Strategien ihnen tatsächlich helfen und was sie sich von Eltern, Lehrkräften und Trainer*innen wünschen.
Reize und Aufmerksamkeit
Kaya beschreibt es mit einem Bild: In einem vollen Klassenzimmer rücke für andere die Stimme des Gegenübers in den Vordergrund, die übrigen Geräusche träten zurück. „Und das geht bei mir halt nicht", sagt sie.
Auch zu Hause fällt es ihr schwer, Geräusche auszublenden. Will sie lernen, kann ein einzelnes Geräusch aus der Wohnung oder von den Nachbarn sie aus der Konzentration reißen. Visuelle Reize wirken ähnlich. Wackelt am Nachbartisch jemand mit dem Bein und spielt jemand anderes mit den Händen, zieht jede dieser Bewegungen Kayas Blick auf sich. Ihre Augen kommen nirgends zur Ruhe. Beim Lesen geht es ihr genauso: Sie liest ein paar Wörter, dann springt ihr Blick von allein zurück an den Anfang der Seite, obwohl sie zwei Drittel längst gelesen hatte. Lesen dauert bei ihr deshalb extrem lange.
In der Schule liest Kaya deshalb manchmal Aufgabenstellungen nicht zu Ende oder hört nicht bis zum Schluss zu. Dann bearbeitet sie die falsche Aufgabe. Sie nennt das ihr ADHS-Symptom Nummer eins.
Wer jetzt ein chaotisches Jugendzimmer vor Augen hat, liegt bei ihr falsch. Kayas Zimmer ist fast immer aufgeräumt. Und wenn nicht, dann liegen die unaufgeräumten Sachen sortiert auf dem Boden. Anders geht es nicht: Sonst kann sie nicht denken, weil zu vieles sie ablenkt. Das gern zitierte „Chaos ist meine Ordnung" funktioniert bei ihr überhaupt nicht.
Ihr eigenes Fazit: „Alles ist irgendwie anstrengend, alles dauert lange."
Amelie kennt Ablenkung in anderer Form: Im Hinterkopf laufen so viele Dinge und Lieder mit, dass auch ihr das Folgen von Gesprächen schwerfällt. Und wenn sie genau zuhören will, muss sie sich nebenbei mit etwas anderem beschäftigen, etwas zeichnen oder mit einem Stift spielen. In der Schule gilt genau das aber wieder als respektlos.
Anfangen, Aufschieben und Zeitgefühl
Fünf Minuten vor Abfahrt des Zuges, und Luise hat noch keine Socken an. Sie war mit Schminken und Haaren beschäftigt, mit dem, woran sie beim Fertigmachen die meiste Freude hat. Mit Aufgaben beginnt sie häufig erst spät und gerät dann in extremen Stress, weil die Deadline fast abgelaufen ist.
Sie kauft impulsiv. Schnelle Entscheidungen, erklärt sie, verschafften ihr Dopamin und für kurze Zeit ein besseres Gefühl. Ist das Paket da, bleibt vor allem das Schuldgefühl, schon wieder Geld ausgegeben zu haben, ohne wirklich nachzudenken.
Ohne feste Deadline schiebt sie Aufgaben ins Unterbewusstsein, „wo sie dann nachts, wenn ich schlafen möchte, herauskriechen und mir ein schlechtes Gewissen machen".
Amelie kommt häufig selbst dann zu spät, wenn sie früher aufsteht oder losgeht: Unterwegs fallen ihr hundert Dinge ein, die sie noch erledigen muss.
Bei Kaya steht schon vor dem Anfangen eine Hürde. Sie nennt es „ein Alles-oder-nichts-Ding in meinem Kopf": Eine Aufgabe kann sie häufig erst beginnen, wenn sie die einzelnen Schritte kennt und einen Überblick hat. Weiß sie nicht, wie groß eine Aufgabe ist, könnte diese riesig sein. Und dann traut sie sich nicht heran, aus Angst, sie schlecht zu machen oder nicht fertigzustellen. „Das ist ein endloser Teufelskreis", sagt sie. Der Druck baue sich immer weiter auf.
Dazu kommt ein zweiter, weniger sichtbarer Grund, nicht anzufangen. Sie nimmt Medikamente; lässt deren Wirkung nach, beschreibt sie eine innere Blockade. Es fühle sich an, „wie in einer verrosteten Rüstung gefangen", die sich nicht mehr bewegen lässt. Sie will etwas tun und kann in diesem Moment nicht aufstehen.
Anpassung und Selbstwert
Wer über Jahre die Rückmeldung bekommt, zu viel oder nicht gut genug zu sein, kann anfangen, das selbst zu glauben.
Luise hat versucht, dem zu entgehen, indem sie sich Tagesziele setzte: „Heute fällst du niemandem ins Wort. Heute benimmst du dich. Heute bist du gut und redest nicht so furchtbar viel." Sie sei jedes Mal kläglich gescheitert, nach Hause gekommen und wütend auf sich selbst gewesen. Vier Zuschreibungen fassen zusammen, wie sie sich sah: „Zu viel, zu laut, zu schnell, zu nervig."
„Man fühlt sich einfach fehl am Platz, als hätte man in der U-Bahn ein Ballkleid an."
Luise hat dann versucht, eine „runtergeschraubte" Version ihrer selbst zu leben. Verbunden war damit aber die Sorge, dass die Menschen um sie herum nicht sie mögen, sondern nur diese Maske. Dazu kamen Mobbingerfahrungen in der Jugend und ein eher geringes Selbstwertgefühl, das sie selbst auch auf diese Erfahrungen zurückführt. Was ihr gesagt wird, bezieht sie schnell auf sich als Person, unabhängig davon, ob es lobend oder kritisch gemeint war.
Besonders in Streits fehlt ihr die Zurückhaltung. Früher sprach sie ohne nachzudenken, mit der Absicht, schnell die Oberhand zu gewinnen, indem sie möglichst verletzend war. Sie hat dadurch Freund*innen verloren und Menschen verletzt, die ihr wichtig sind, „weil mein Mund schneller war als mein Empathievermögen".
Amelie berichtet von einer ähnlichen Selbstzuschreibung: Bevor sie ihre Diagnose hatte, hielt sie sich für weniger intelligent als die anderen. Und sie hat mitbekommen, dass es Freundinnen verletzt, wenn sie einem Gespräch nicht durchgehend ihre Aufmerksamkeit schenkt, vor allem diejenigen, die sie noch nicht so gut kennen.
Warum es so lange niemand gesehen hat
Kaya beschreibt es aus institutioneller Sicht. Bevor sie in Therapie kam, sei sie „in jedem System ein bisschen durchgeflutscht". Nirgends ist sie genug aufgefallen.
Ein weiterer Grund, warum ADHS in Familien lange unentdeckt bleibt: Es tritt familiär gehäuft auf.1Viele Eltern der heutigen Jugendlichen wurden nie abgeklärt, Frauen dabei seltener als Männer.2 Wer die eigenen Schwierigkeiten nie eingeordnet bekommen hat, dem fehlt der Maßstab. Bei einer Tochter wirkt dann unauffällig, was Unterstützung bräuchte. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil es dem eigenen Erleben entspricht.
Auffällig ist, dass bei Amelie, Luise und Kaya das Zappeln, das viele als Erstes mit ADHS verbinden, überhaupt nicht im Vordergrund steht. Dieses stereotype Bild trägt bis heute dazu bei, dass ADHS bei Mädchen übersehen wird. Auch in der Fachliteratur ist das dokumentiert: In klinischen Zusammenhängen werden Jungen deutlich häufiger zur Abklärung überwiesen als Mädchen. Studien mit Fallbeschreibungen deuten zudem darauf hin, dass identisches Verhalten bei einem Jungen eher als unterstützungs- oder behandlungsbedürftig eingeschätzt wird als bei einem Mädchen. Anpassungsstrategien können dazu beitragen, dass die Schwierigkeiten von Mädchen unsichtbar bleiben.2
So wird es auch in Deutschland eingeordnet. In der Mitteilung zu einer aktuellen Sonderanalyse der DAK-Gesundheit nennt Dr. Michael Hubmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ), den starken Anstieg der Diagnosen bei Mädchen bemerkenswert: Er zeige, dass ADHS bei ihnen lange unterdiagnostiziert gewesen sei, da sich die Symptomatik oft weniger nach außen richte. ADHS sei kein reines „Jungen-Thema", sondern ein häufig übersehenes Störungsbild, das bei Mädchen oft erst spät sichtbar werde – und dann zusammen mit zusätzlichen Belastungen.3
In den Abrechnungsdaten der Krankenkassen werden inzwischen deutlich mehr neue ADHS-Diagnosen dokumentiert als noch vor einigen Jahren. Nach der DAK-Sonderanalyse erhielten 2024 hochgerechnet rund 202.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland erstmals eine ADHS-Diagnose, 16 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Jungen bekommen weiterhin etwa doppelt so häufig eine Erstdiagnose wie Mädchen. Der Zuwachs fiel bei Mädchen mit rund 21 Prozent jedoch stärker aus als bei Jungen mit gut 14 Prozent; gegenüber 2020 liegt er bei den Mädchen sogar bei rund 46 Prozent.2 Bei Erwachsenen zeigt sich ein ähnliches Bild, und für eine Gruppe ist der Befund besonders deutlich: Bei den 18- bis 24-Jährigen lagen die dokumentierten Neudiagnosen von Frauen und Männern 2024 nahezu gleichauf.3 Welche Ursachen dieser Anstieg insgesamt hat und wie stark er eine bessere Erkennung widerspiegelt, lässt sich aus Abrechnungsdaten allein nicht bestimmen.
Für viele kommt die Erklärung ihres Verhaltens durch die Diagnose ADHS erst nach Jahren, in denen sie ohne passende Unterstützung zurechtkommen mussten. Eine frühere Diagnose, vermutet Amelie, hätte ihr Leben um einiges leichter gemacht.
Damit steht mehr auf dem Spiel als ein paar schwierige Schuljahre: Zu den häufigen zusätzlichen psychischen Erkrankungen bei ADHS gehören Depressionen und Angststörungen. Eine frühe Diagnose kann den Zugang zu passender Unterstützung und Behandlung erleichtern und dazu beitragen, zusätzliche Belastungen zu verringern.2 Was ADHS ist, wie es entsteht und wie es behandelt wird, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst: ADHS – Was ist das eigentlich?
Zwischen Beeinträchtigung und Stärke
An dieser Stelle steht in Texten über ADHS oft der Abschnitt über die Superkräfte. Kaya hält davon wenig. Die Frage nach den Stärken, findet sie, unterstelle bereits, dass ADHS grundsätzlich etwas Schlechtes sei. Für sie liegt das Problem weniger bei ADHS selbst als in einer Gesellschaft, die Menschen mit ADHS wenig Raum lässt.
Amelie setzt einen anderen Schwerpunkt. Sie beschreibt ADHS ausdrücklich als etwas, das das eigene Leben beeinträchtigen kann, und bittet genau deshalb darum, es ernst zu nehmen.
Kaya richtet den Blick also vor allem auf gesellschaftliche Barrieren, Amelie stärker auf die persönliche Beeinträchtigung. Schon zwischen diesen beiden Erfahrungen liegt ein Unterschied, den das Wort „Superkraft" kaum abbildet.
Ihre Stärken benennt Kaya trotzdem. Sie könne sich unglaublich für Dinge interessieren. Ein Beispiel: In der Oberstufe hatte ihr Biologiekurs gerade Neurobiologie behandelt. Aufbau von Nervenzellen, Reizweiterleitung, wie ein Signal vom Gehirn zum Muskel gelangt. Kurz darauf schrieb ihre Großtante von Krämpfen am ganzen Körper. Kaya stellte eine Verbindung zu den Nerven her, rief gemeinsam mit ihrer Mutter die Großtante an, erklärte ihre Überlegung und sitzt seither an einer schriftlichen Erläuterung für sie.
Amelie hat sich an einem einzigen Tag Mundharmonika beigebracht. Gespielt hat sie danach nie wieder; die Fähigkeit ist geblieben.
Für Luise war der Gedanke, ADHS könne eine Stärke sein, lange „so ziemlich undenkbar" – es habe ihr Leben schlicht anstrengend gemacht. Inzwischen sieht sie das anders. Sie liest und lernt rasend schnell und kann ganze Theaterstücke auswendig, nicht nur den eigenen Text. Im Arbeitskontext konnte sie schneller von einer Aufgabe zu einer anderen umschalten als viele ihrer Kolleg*innen , weil ihr Gehirn das ohne Anlaufzeit erledigt hatte. Für brennende Backöfen, unangenehme Situationen nachts am Bahnhof oder Erste Hilfe hält sie sich für geradezu geschaffen: Sie handelt ohne nachzudenken, und meistens sagt ihr Instinkt genau das Richtige. Bei der Arbeit mit Kindern hat sie außerdem die Energie, bei Fangen und Verstecken tatsächlich mitzuhalten, anders als viele andere Erwachsene.
Aus den negativen Erfahrungen ihres Aufwachsens ist noch etwas anderes entstanden. Luise kann sich gut mit Menschen identifizieren, die Probleme haben oder in schwierigen Lebensphasen stecken. Empathie ist für sie dabei nichts Selbstverständliches, sondern etwas Erarbeitetes: „Ich habe gelernt, sehr empathisch zu sein, kann gut zuhören und gebe meistens gute Ratschläge." Auch ihr Umgang mit Konflikten hat sich verändert: „Inzwischen vermeide ich Streits und halte mich aktiv zurück."
Was ihnen hilft
Die folgenden Strategien beruhen auf persönlichen Erfahrungen. Was funktioniert, unterscheidet sich von Person zu Person.
Kaya schreibt sich Dinge fünfmal auf – ins Notizbuch, ins Handy, auf Zettel auf dem Schreibtisch. Wichtig ist ihr das selbst entworfene Layout statt eines gekauften Planers: Das Aufgeschriebene soll so sortiert sein, wie ihr Kopf ohnehin sortiert, damit sie es nicht noch einmal umdenken muss. Dazu ein Klemmbrett mit den Aufgaben des Morgens, abzuarbeiten in beliebiger Reihenfolge, aber vollständig. Am Wochenanfang plant sie die Woche einmal durch. Und sie stellt sich Wecker fürs Essen: „Ohne Energie kein Denken."
Luise helfen Fidget Toys dabei, einen Satz nicht fünfmal lesen zu müssen. Ihr Verhältnis zu Struktur ist zwiespältig. Sie braucht sie und sträubt sich zugleich gegen sie. Ihr Fazit: „Also Strukturen und Routinen for the win, auch wenn ich mich gegen sie sträuben möchte wie eine Katze vor der Badewanne." Das Wichtigste sei aber Geduld mit sich selbst.
Amelie nennt weniger einzelne Alltagstechniken. Ihr hilft vor allem die medikamentöse Behandlung. Und das Wissen, ihre Schwierigkeiten heute anders einordnen zu können: dass sie nicht komisch ist und dass ihr Verhalten nicht einfach Ausdruck von Faulheit oder mangelndem Respekt ist.
Was sie sich von Erwachsenen wünschen
Was von außen wie Desinteresse, Faulheit oder Respektlosigkeit aussieht, kann eine andere Erklärung haben. Das bedeutet nicht, dass Erwachsene störendes Verhalten ignorieren müssen. Entscheidend ist, wie sie es ansprechen.
Auffällig ist, wie unterschiedlich die drei beschreiben, was ihnen hilft: Kaya braucht Übersicht und wenig Reize, Luise Struktur und Geduld mit sich selbst, Amelie vor allem Behandlung und eine Erklärung für das eigene Erleben. Daraus folgt die vielleicht wichtigste Ableitung für Erwachsene: nachfragen, was die einzelne Person braucht, statt es zu vermuten. Und störendes Verhalten nicht vorschnell als Absicht deuten: Was wie Trotz oder Gleichgültigkeit wirkt, kann ein Kopf sein, in dem gerade alles gleich laut ist.
Kaya wünscht sich deswegen einen anderen Umgang, am Beispiel ihres Zuspätkommen. Wenn es jemanden stört, soll das ruhig gesagt werden, aber gerne so: „Ich kann nachvollziehen, dass du zu spät kommst, und ich weiß, dass du nichts dafür kannst. Gleichzeitig stört es mich. Lass uns gemeinsam nach einer Lösung suchen."
Luise hat eine Beobachtung, die sich an Lehrkräfte und Trainer*innen richtet: Erwachsene prägen mit ihrem Verhalten, was Jugendliche in einer Gruppe als akzeptabel erleben. Reagiert eine Lehrkraft oder ein*e Trainer*in abschätzig oder gereizt auf alles, was ein Kind tut oder sagt, kann das den anderen signalisieren, dass auch sie das Kind abwerten dürfen. „Vorwürfe und Augenrollen sind weder nett noch hilfreich", sagt Luise. Ihre Bitte: sich weiterbilden, damit Kinder mit ADHS sich im Klassenzimmer und im Verein wohlfühlen.
Amelie stört etwas anderes: dass Menschen beiläufig sagen, sie hätten „grad so ADHS", obwohl sie es nicht haben. ADHS sei etwas, das ein Leben erheblich beeinträchtigen könne. Ihre Bitte: „ADHS ist so viel mehr als nur das stereotypische Bild, das viele vor Augen haben. Bitte nehmt es ernst und macht die Augen auf."
- ADHS Deutschland e. V. – Informationen und Selbsthilfeangebote
- ADHS – Was ist das eigentlich? – Grundlagen zu Symptomen, Ursachen und Behandlung
- tomoni.starts – Fortbildungen für Grundschulen, mit eigenem Modul zu ADHS
- Podcast „Es braucht das ganze Dorf“: AD(H)S bei Mädchen – Warum bin ich nicht „normal“?
Literaturverzeichnis
1 Faraone, S. V., & Larsson, H. (2019). Genetics of attention deficit hyperactivity disorder. Molecular Psychiatry, 24(4), 562–575. https://doi.org/10.1038/s41380-018-0070-0
2 Young, S., Adamo, N., Ásgeirsdóttir, B. B., Branney, P., Beckett, M., Colley, W., Cubbin, S., Deeley, Q., Farrag, E., Gudjonsson, G., Hill, P., Hollingdale, J., Kilic, O., Lloyd, T., Mason, P., Paliokosta, E., Perecherla, S., Sedgwick, J., Skirrow, C., Tierney, K., van Rensburg, K., & Woodhouse, E. (2020). Females with ADHD: An expert consensus statement taking a lifespan approach providing guidance for the identification and treatment of attention-deficit/hyperactivity disorder in girls and women. BMC Psychiatry, 20(1), 404. https://doi.org/10.1186/s12888-020-02707-9
3 DAK-Gesundheit (2026). Sonderanalyse ADHS im Rahmen des DAK-Kinder- und Jugendreports, Datenjahr 2024. Pressemitteilung vom 10.08.2026:
URL: https://www.dak.de/presse/bundesthemen/kinder-jugendgesundheit/adhs-neudiagnosen-bei-kindern-steigen-um-16-prozent_222408
[Zuletzt abgerufen am: 20.08.2026].
4 Ivanova, M., Holstiege, J., Akmatov, M. K., Müller, D., & Kohring, C. (2025). The incidence of AD(H)D spectrum disorders in adults: An analysis of nationwide claims data of the statutory health insurance system in Germany, 2015–2024. Deutsches Ärzteblatt International, 122, 697–698. https://doi.org/10.3238/arztebl.m2025.0167