Was ist tomoni.schools und was macht es wissenschaftlich interessant?

Praxisnahe Live-Online-Fortbildungen für an weiterführenden Schulen Tätige

tomoni.schools ist eine Fortbildungsreihe aus acht flexibel buchbaren Live-Online-Modulen für alle, die an weiterführenden Schulen tätig sind. Ziel ist es, Anzeichen psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen zu erkennen und diese gezielt zu unterstützen, Hilfe zu erhalten. Die Module bauen auf einer Einführung zu den Grundlagen auf. Im Mittelpunkt stehen typische Störungsbilder und Sorgen im Jugendalter, ergänzt durch ein abschließendes Modul zum Umgang mit Eltern. Die Inhalte sind speziell für den schulischen Alltag an weiterführenden Schulen konzipiert. Die Teilnahme ist freiwillig und bewusst nicht schulintern organisiert. Stattdessen lernen Teilnehmende in deutschlandweit gemischten Gruppen von bis zu 20 Personen, für neue Perspektiven und eine offenen Austausch in einem digitalen Safe Space. Ein Einstieg ist wöchentlich möglich.

Schule als Schlüsselakteur: Prävention dort, wo junge Menschen erreicht werden

Schulen sind nicht nur Bildungs-, sondern auch Lebensorte. Sie bieten alltägliche Beobachtungsmöglichkeiten, prägen soziale Beziehungen und sind oft der erste Ort, an dem psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen sichtbar werden. Deshalb kommt dem schulischen Umfeld eine zentrale Rolle zu, wenn es um frühe Unterstützung und wirksame Prävention geht. tomoni.schools stärkt das schulische Umfeld nachhaltig, indem es an Schule Tätigen auf freiwilliger Basis praxisnahes Wissen und konkrete Handlungskompetenzen zur Früherkennung und zum Umgang mit psychischen Störungen bei Schüler*innen vermittelt. So entsteht eine Kultur des Hinsehens und der Unterstützung, die jungen Menschen direkt zugutekommt.

Praxisnah, wissenschaftlich innovativ konzipiert und evaluiert

Der besondere Wert von tomoni.schools liegt in der Verbindung praxisnaher Inhalte mit einem innovativen, wissenschaftlich fundierten Konzept: Zwei zielgruppenspezifische Studien (eine für Lehrkräfte, eine für Schüler*innen) prüfen die Wirksamkeit des Programmes systematisch bis Ende 2026. Beide Studien sind methodisch anspruchsvoll aufgebaut, orientieren sich an internationalen Standards und nutzen klar definierte, überprüfbare Zielparameter. Der explizite Einbezug der Schüler*innen in die Evaluation ist bislang ein blinder Fleck in vielen Studien. Damit kann tomoni.schools im Falle einer erfolgreichen Evaluation wegweisend sein, mit neuen Maßstäbe für wirksame und flächendeckend übertragbare schulische Prävention.

Fokus auf Handlungsbereitschaft und Mental Health Literacy

Ein zentrales Ziel unserer Evaluation ist es, zu messen, ob sich nach der Fortbildung die Handlungsbereitschaft der Lehrkräfte verändert. Anstatt nur abzufragen, ob sie mehr wissen, oder darauf zu warten, ob sich langfristig ihr Verhalten verändert, schauen wir gezielt auf einen wichtigen Zwischenschritt: Fühlen sich die Lehrkräfte nach der Schulung sicherer und eher bereit, bei psychischen Auffälligkeiten von Schüler*innen aktiv zu werden? Diese wahrgenommene Bereitschaft ist ein frühes und gut messbares Zeichen dafür, dass sich später auch das tatsächliche Verhalten ändern kann. Parallel dazu erfassen wir den Zuwachs an Mental Health Literacy, also dem Wissen über psychische Gesundheit und Prävention, mittels spezifisch entwickelter Fragebögen (z.B. "Mental Health Literacy and Prevention Survey").

Der Mehrwert von tomoni.schools für eine gesunde Schule

  • Mehr Handlungssicherheit im Schulalltag

    Lehrkräfte und schulisches Personal erhalten fundiertes Wissen über psychische Gesundheit und lernen, angemessen auf Anzeichen psychischer Belastungen zu reagieren, ohne ihre Rolle zu überschreiten. Das reduziert Unsicherheit und stärkt die Handlungsbereitschaft.
  • Ein gemeinsamer Kulturwandel in der Schule

    Durch die Schulung aller Berufsgruppen an der Schule (pädagogisch, beratend, administrativ) entsteht eine Atmosphäre des Hinsehens, in der Schüler*innen sich eher öffnen und Hilfe erhalten.
  • Praxisnahe Strategien für schwierige Situationen

    tomoni.schools vermittelt konkrete Werkzeuge für Gespräche mit betroffenen Schüler*innen, Eltern und Kolleg*innen sowie für die Anbindung an externe Hilfsangebote – passgenau für den Schulkontext.
  • Lernen im digitalen Safe Space

    Die Module finden live-online in kleinen Gruppen statt. Rollenspiele, Fallbeispiele und Austausch schaffen Vertrauen und ermöglichen echte Selbstreflexion. So wird Lernen lebendig und persönlich.
  • Früher erkennen, wirksamer helfen

    Geschulte Teilnehmende erkennen Warnsignale früher und können gezielter reagieren. tomoni.schools leistet damit einen aktiven Beitrag zur Prävention und kann helfen, Chronifizierungen zu verhindern.
  • Evidenzbasiert und zielgruppennah

    Die Inhalte wurden auf Basis aktueller Forschung und der Rückmeldungen von über 600 an Schule Tätigen entwickelt – gemeinsam mit einem pädagogischen Beirat. Sie werden laufend weiterentwickelt und wissenschaftlich evaluiert.

Weitere Evaluationen in Vorbereitung

Wir haben ambitionierte Evaluationsziele und nutzen die Ergebnisse, um unsere Angebote stetig weiterzuentwickeln und deren Qualität zu sichern. Die nächsten Studien für unsere Angebote tomoni.starts (für an Grundschule Tätige) und tomoni.parents (für Eltern und Verwandte) sind bereits in Vorbereitung und folgen demselben sorgfältigen Evaluationsansatz. Eine erfolgreiche Evaluation ist für uns auch die Basis für eine tragfähige und langfristige Finanzierung unserer Arbeit.